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Montag, 4. Juni 2018

Rolltop Bag Vol. 2

Meine erste bewusste Begegnung mit einer Rolltop-Tasche war der wasserfeste Sack, den ich für unseren Großen gekauft habe. Bald geht er ins Schullandheim und benötigt für seine Sachen ein wasserfestes Behältnis, damit sie die Kanu-Fahrt in den gefährlichen Fluten der Altmühl trocken und heil überstehen. Insbesondere seine Diabetes-Utensilien, wie Pens, BZ-Messgerät, Handy und Traubenzucker, auf die er angewiesen ist, müssen - wenn er nicht vorzeitig die Freizeit abbrechen will - trocken bleiben.

Meine erste Begegnung mit einem Rolltop-Rucksack, der in mir den Wunsch des Habenwollens auslöste, hatte ich beim Durchblättern der aktuellen burda kids 2018. Der Rucksack 628 hat es mir tatsächlich angetan (Ich hatte mir gerade alte Jeans in Streifen geschnitten und zusammengenäht und war noch auf der Suche nach einem passenden Ding, das sich daraus herstellen lassen würde). Doch dazu mehr in einem anderen Post...


Ihr kennt das sicherlich, und plötzlich sah ich überall nur noch Rolltops!


Wunderbar retro mit den Lederriemen und Rollschnallenverschlüssen, kernig, robust, genau mein sportlicher, lässiger, anti-Schickimicki - Stil.
Doch die Sache hatte einen Haken: als praktisch veranlagter Mensch empfinde ich diese Rucksäcke im urbanen Leben als äußerst umständlich, die Schultergurte aus Lederriemen unbequem, der schnelle Griff nach dem Geldbeutel wird durch den aufwändigen Verschluss erschwert und macht den täglichen Einkauf zu einem völlig überflüssigen, feinmotorischen Fingertraining.
Ein echtes Dilemma!

Das umständliche Handling wurde nach dem Gebrauch meines ersten Rolltop-Rucksacks (der, den ich in einem anderen Post noch vorstellen werde) bestätigt. Für den schnellen Zugriff und die Ordnung haben viele Rucksäcke und aufwändigere Rolltops zusätzliche Taschen, was den Herstellungsaufwand erhöht, aber unabdingbar ist für Menschen, die immer in Eile sind.

Auch hat sich herausgestellt, dass durch die rechteckige Form des Burda-Schnittmusters, der Rucksack unten schlanker wird, wenn er befüllt ist. Meine kritische Männerbande fand das doof, dass die Tasche oben so absteht...
Aus Fehlern lernen oder besser noch Versuch macht klug, wie es so schön heißt, also habe ich mich an den PC gesetzt und losgelegt. Als Ebook-Autorin und CAD-Meisterin habe ich den Vorteil mit einem vektorbasierten Grafikprogramm arbeiten zu können und das Teil von allen Seiten zu betrachten und  durchzudenken, bevor es zugeschnitten und genäht ist.
Hier seht Ihr nun das Ergebnis meiner Bemühungen.
Auch wenn ich dem Minimalismus etwas nachtrauere, der dem Pragmatismus weichen musste,  bin ich sehr zufrieden.


Eine aufgesetzte Reißverschlusstasche für den schnellen Zugriff auf Handy, Geldbeutel etc.
Die Schultergurte habe ich mit Volumenvlies (das ich noch von meiner Patchworkdecke übrig hatte) gepolstert. Das ist etwas dicker und weicher als das aufbügelbare Volumenvlies und kann überall da verwendet werden, wo Bügeln nicht möglich ist.


Das Material ist ein grobes Segeltuch, das bereits vom Hersteller mit Antikwachs behandelt wurde und wasserfest ist. Dadurch hat es soviel Stand, dass eine Verstärkung mit Vlies nicht notwendig ist. Ich wage mal die Behauptung aufzustellen (ohne es getestet zu haben), dass sich das wachsbeschichtete Material gegen das Aufbügeln einer Vlieseinlage vehement wehren würde. Am Stylefix bin ich bereits gescheitert, das sich weigerte auf dem Material kleben zu bleiben.

Aufgrund der Steifigkeit des Materials habe ich auf eine Wendeöffnung verzichtet und das Futter direkt in die Außentasche gesteckt, den oberen Rand der Außentasche zweimal umgeschlagen und dann einmal ringsherum abgesteppt.
Bei der Verarbeitung entstehen Falten und Knicke im Stoff, so dass das Wachs an diesen Stellen bricht und helle Streifen entstehen. Es entsteht ein interessantes Muster, dass den Vintage.Look noch verstärkt.



Lieben Dank für's Lesen und ich hoffe Euch ein paar Anregungen, Inspirationen und Tipps mit auf den Weg gegeben zu haben und

Liebe Grüße
Heike


Schnitte und Material:
Rolltop Bag von mir
Stoff: "Waxed Canvas" von Funfabric,
Lederriemen mit Schnalle von Funfabric
Gurtband gelb/creme von Frau Tulpe,
Karabinerhaken, Schieber und D-Ring mit Steg in Messing von Snaply
Metallisierter Reißverschluss von Snaply
Lederrest und Label von Dortex
Futterstoff, H 630 und Quiltvlies aus meinem Fundus

Freitag, 29. September 2017

Die Königsklasse unter den Geheimlingen...

...ist das Hoodie-Modell C mit Knopfleiste und vorderen Paspeltaschen. Es ist zugegebenermaßen nicht ganz einfach oder schnell genäht, dafür aber sehr wirkungsvoll, um gerade bei einfachen und schlichten Stoffen, Akzente setzen zu können. Deshalb nennen wir das Modell C in Verbindung mit der Taschenvariante 3 (den Paspeltaschen) auch die Königsklasse, weil der Hoodie mit einigen anspruchsvollen Arbeitsschritten hergestellt wird.

 
Zugegeben, ich mache hier Werbung in eigener Sache, aber ich bin auch sehr stolz auf den Geheimling und all seinen Möglichkeiten. Insbesondere die Entwicklung der gedoppelten Kapuze mit Knopfleisten-Verschluss vorne, bei der man keine Naht im Nackenbereich sieht, war eine kleine Herausforderung.

 
Paspeltaschen sind auch nicht mal so schnell genäht, aber mit jeder Paspeltasche, die man arbeitet, geht es ein bisschen besser und schneller, und das Ergebnis ist einfach toll. Gerade dann, wenn man auf sonstigen Schnickschnack (Muster, Applikationen und Plottdateien) verzichten möchte, kann man damit ganz wunderbare Akzente setzen.
 
 
Die Fotos schlummern bereits seit Juli auf meiner Festplatte, doch war ich anfangs sehr enttäuscht von der Ausbeute und Qualität der Bilder. Irgendwie nichtssagend, trotz schöner ländlich-urbaner Location, von denen wir hier nicht wenig haben. Allerdings mag mein Fotoapparat nicht mehr so richtig mitmachen und Bilder mit sich bewegendem Motiv - wie beispielsweise einem Kind - lassen die nötige Schärfe missen, die gute Bilder ausmachen.

 
Die Hose ist ein ganz schneller, kurzer Täschling 2.0 aus einem wunderbar leichten Sommer-Jeans vom Holländischen Stoffmarkt.
 
Die Mütze ist mal wieder ein Käppling, aus butterweichem hochwertigem und nicht allzudünnem Flanell von Frau Tulpe.
Nach langem hin und her überlegen, habe ich beschlossen, die Arbeit am Ebook "Käppling" bis zum nächsten Jahr ruhen zu lassen und mich ganz dem Geheimling für große Kinder zu widmen. Das Kind wächst gerade in die kleinste Größe (140) rein, so daß ich nun auch mitnähen und nicht nur aufgrund von Fotos und Bewertungen meines Teams, Entscheidungen treffen kann. Das ist mir sehr wichtig, zu sehen, wie unterschiedliche Materialien sich bei ein und demselben Schnittmuster verhalten und die oft gegensätzlichen Meinungen meiner allerbesten Helferlein besser beurteilen zu können.





 
Ab einem gewissen Alter sind Musterstoffe nicht mehr cool, so daß ich froh bin, daß es Stoffe gibt, die für alle Altersklassen und Geschlechter gleichermaßen geeignet sind. Der verwendete Jersey von Albstoffe ist so ein Stoff, nennt sich "Knit Knit - Ministripes"  und ist aus der Serie "Into the wild" von Hamburger Liebe in der Farbe "anthrazit - weiß - schwarz".

 
Ich wünsche Euch eine schöne Zeit und bis bald

Liebe Grüße
Heike

Schnitte und Material:
Hoodie:"Geheimling", von Rabaukowitsch, Stoff "BIO Jacquard - Knit Knit - Ministripes" von Hamburger Liebe für Albstoffe
Kopfbedeckung: "Käppling" in Arbeit, Stoff  "Shetland-Flanell" von Frau Tulpe,
Hose: "Täschling 2.0", Stoff vom Holländischen Stoffmarkt

sowie Kordeln, Stoffreste, Ösen und Knöpfe aus meinem Fundus.

Freitag, 26. Mai 2017

Das Hummerballett...

... oder das 10. Kapitel aus Alice im Wunderland von Lewis Carroll auf Stoff verewigt.

Wer meinen Blog seit längerer Zeit folgt weiß, daß ich eine große Freundin von Alice im Wunderland bin. Meinen ersten Kontakt mit dieser Geschichte hatte ich bereits in jungen Jahren, beginnend mit einem lauten Knistern, welches die Plattenspielernadel gleich nach dem Aufsetzen auf die Schallplatte erzeugte.


Als junge Erwachsene begann ich mich, inspiriert von den Geschichten des britischen Autors Douglas Adams,  für die Chaostheorie zu interessieren. In  "Die Entdeckung des Chaos" von John Briggs und F. David Peat wird die Chaostheorie anhand von Textauszügen aus "Alice hinter den Spiegeln" sehr anschaulich erläutert und erklärt. Inzwischen haben sich meine Interessen gewandelt und wenn ich ehrlich bin, ist vieles, von dem was ich mir damals angelesen habe, in den weiten meines kleinen Hirn-Universums verloren gegangen.


Eigentlich wollte ich einfach nur einen maritimen Hoodie nähen, mit einem Hummer, der nicht als Mahlzeit präsentiert wird, sondern in einem anderen Kontext stehen sollte. Bei uns gab es nie Hummer oder Meeresfrüchte zu essen. Das hat viele Gründe, einer davon ist die Region in der wir aufgewachsen sind, die durch die räumliche Entfernung zum Meer, wenig Berührungspunkte mit den kulinarischen Spezialitäten der Küstenregionen hat.


Andererseits mag ich die Kriminalromane um Kommissar Dupin sehr, gerade auch weil es der Autor Jean-Luc Bannalec meisterlich versteht Land und Leute der Bretagne liebevoll zu beschreiben und eine Atmosphäre zu vermitteln, die richtig Lust auf die Bretagne macht. Das ist auch kein Wunder, zumal der Kommissar ein Genießer ist und sich oft und gerne die regionale Küche, bestehend aus Meeresgetier  aller Art,  einverleibt und diese regionalen Spezialitäten atmosphärisch und mit viel Hintergrundwissen beschreibt.  


Ich esse weder Hummer noch Austern (trotz Inspektor Dupin, der im Übrigen auch keine Austern mag), weshalb der Kontext für den Hoodie ein anderer sein musste. So fiel mir die "Lobster Quadrille" von Lewis Carroll aus Kindheitstagen wieder ein und ich beschloss das Motiv in diesen Bezug zu setzen.


Auf der Suche nach einem plotbaren Hummer bin ich auf einer von Aenni Lus Pinterest-Pinnwänden auf eine freie Grafik gestoßen, die mich sehr angesprochen hat. Ich selbst bin von  Pinterest etwas überfordert, freue mich aber, wenn ich von der Sammelleidenschaft anderer profitieren kann, wie in diesem Fall von Aenni.


Geheimling und Täschling 2.0 sind noch eine Nummer zu groß, aber da die Kinder so schnell wachsen, freue ich mich, daß wir noch ganz lange unsere Freude daran haben werden. Die maritime Kopfbedeckung erinnert an den traditionellen Elbsegler, ist aber - ich gebe es gerne zu - sehr freizügig interpretiert und kann sowohl aus Jersey als auch aus festen Stoffen genäht werden. Für jede Stoffart wird es ein extra Schnittmuster geben und wird derzeit zur Probe genäht. Die ersten Mützen dieser Art habe ich bereits zu Anfangszeiten auf meinem Blog gezeigt, und ich bin überrascht über die Entwicklung, die ich in den letzten Jahren gemacht habe. Alte Blogbeiträge zu lesen ist wie eine Zeitreise in ein anderes Jahrhundert zu veranstalten.


Nach Cheshire Cat und Lobster Quadrille könnte ich mir auch den Jabberwocky sehr gut als Motiv für ein Shirt vorstellen, mal sehen, ob ich alle Kapitel durchbekomme und irgendwann das ganze literarische Werk auf Kleidung verewigen werde.

 
Puhh, ein langer Blogbeitrag ist das geworden, aber es war auch eine lange Blogpause.
 
Ganz liebe Grüße
Heike

Schnitte und Material:
Hoodie:"Geheimling", Jersey vom Stoffmarkt und unis aus dem persönlichen Fundus

Hose: "Täschling 2.0", aus Jeans vom Stoffmarkt

Mütze: "Käppling" in Arbeit aus Flanell von Frau Tulpe

Vektorgrafik Hummer von hier, Schriftzug selbst erstellt

Donnerstag, 9. Februar 2017

Eine Kuscheldecke für`s neue Sofa

und RUMS #7
 
Nachdem meine geliebte aber alte Sofadecke bereits vor längerer Zeit von uns gegangen ist, und ich mich nicht für einen adäquaten Nachfolger entscheiden konnte, habe ich die Anschaffung unseres neuen Sofas zum Anlass genommen mich im Patchwork und Quilten zu üben.
 
 
Es ist wirklich ein tolles Gefühl ins prall gefüllte Stoffregal zu greifen und gleich mehrere Stoffe zu finden, die perfekt zusammenpassen. Für dieses Projekt musste ich keinen einzigen Stoff kaufen, sondern konnte auf den Bestand aus Stoff-Resten und irgendwann gekauften Lieblingsstoffen zurückgegriffen. Ich weiß diesen Luxus sehr zu schätzen, zumal man in der Regel nie den geeigneten Stoff für ein Projekt hat. Dieser Luxus hat auch seine Schattenseite, das kann jeder bestätigen, der aufgrund seiner Stoffsucht unter echtem Platzmangel leidet. 
 
 
Zuerst habe ich mir mehrere Pläne erstellt, wie ich die Stoffe zusammenstückeln will und mich dann für dieses Dreiecksmuster entschieden. Die Stoff-Muster kommen so gut zur Geltung und es ist sehr einfach zu nähen.
Nach der Planungsphase habe ich die Dreiecke in der gewünschten Größe zugeschnitten und dann zu Streifen zusammengenäht. Jeder Streifen wurde individuell zusammengestellt, ohne vorher einen Plan gemacht zu haben. Die abgebildete Vorlage ist lediglich der Stand einer Vorplanung, um die Größe bestimmen zu können und einen ungefähren Eindruck des Endprodukts zu erhalten. Anschließend werden die Streifen zusammengenäht.
 

Der schwierigste Teil war - aufgrund der Deckengröße - das Zusammensetzen und Quilten der 3 Lagen:
 
Patchwork, Volumenvlies 281 und Fleece
 
Das ging auch nur - auf allen Vieren kriechend - auf dem zuvor gesaugten Fußboden. Für mehr Stabilität der Decke sorgt dann das Zusammensteppen aller Lagen, auch Quilten genannt. In meinem Fall habe ich alle Dreiecksseiten im Nahtschatten mit den beiden anderen Lagen zusammengesteppt. Das Dreiecksmuster findet sich dann in Form von Nähten auf dem rückseitigen Fleece.


Zum Schluß kommt das Binding, also die Einfassung der Decke, die nochmal ein besonderes Gestaltungselement darstellt. Anleitungen dazu gibt es zahlreich im Internet, sehr empfehlenswert für die Ausformung der Ecken. Man kann das Binding mit der Maschine festnähen oder wie in meinem Fall von Hand. Ich habe mich für die Handmethode entschieden (die mich 3 Abende Zeit gekostet hat), weil ich das Ergebnis sehr viel schöner und diesen Aufwand lohnenswert finde.

 
Die Decke ist wunderschön geworden und sie passt wirklich perfekt zu unserem neuen mausgrauen Sofa. Einziger Wermutstropfen ist die Tatsache, daß ich die Dreiecksvorlage versehentlich und anfangs unbemerkt in der falschen Größe ausgedruckt habe und somit die Deckengröße nicht der ursprünglichen Planung entspricht. Mit 110cm breite ist sie eher schmal und mit 220cm ziemlich lang.

 
Die Hauptsache aber ist, daß sie beim abendlichen Sofakuscheln groß genug ist mich zu bedecken.


Mit wenigen Griffen ist sie ganz schnell zusammengelegt.






Habt eine schöne Rest-Woche
Liebe Grüße
Gelbmeliertes hochwertiges Fleece von HILCO aus dem Fundus

 
linked : RUMS

Donnerstag, 5. Januar 2017

Eine Winterwoold für Peterling

Es gibt Projekte vor denen man großen Respekt hat, ja fast so etwas wie Angst verspürt. Die Winterwoold Allwetterjacke war so ein Projekt, eine große Herausforderung, die ich unbedingt annehmen wollte.


Ich durfte sie probenähen, für Inga von Rabaukowitsch.
 
 
Es ist für mich keine alltägliche Erfahrung bei Schnittmuster-Probenähen nicht als Chefin mitzuwirken, sondern "nur" als Probenäherin dabei zu sein. Doch Inga ist eine sehr angenehme, freundliche, faire, humorvolle und äußerst sympathische Chefin, und es hat mir viel Freude gemacht dabeizusein. Auf dieser Seite des Probenähens zu stehen ist lang nicht so anstrengend und nervenaufreibend, wie als kreativer Kopf einen ganzen Haufen hochmotivierter Mädels im Zaum zu halten, zu moderieren und alle auf den neuesten Stand zu bringen.

 
 
Warum ich mitmachen wollte ist schnell erklärt. Ein Grund, neben dem außergewöhnlichen Stil von Rabaukowitsch (den ich sehr liebe) war meine immer größer werdende Unzufriedenheit mit Kaufjacken, deren Reißverschlüsse (bei uns) selbst bei guten Markenjacken spätestens nach einem Kind funktionsuntüchtig geworden sind.
 
 
"Winterwoold" ist eine gefütterte Winter- und Übergangsjacke mit vielen Variationsmöglichkeiten und liebevollen Details. Die Jacke setzt Grundkenntnisse im Nähen, vorausschauende Planung und aufmerksames Lesen voraus. Das Ebook ist sehr gut geschrieben und führt Dich Schritt für Schritt in einer bebilderten Anleitung ans Ziel. Das Layout ist sehr gelungen, in jeder Seite kann man Ingas Liebe zum Detail und zu Ihrer Arbeit erkennen.



Ich habe die "extralang über den Po"-Variante gewählt, es gibt aber auch eine Standardlänge und Anpassungshinweise für den Fall, daß man einen Mantel nähen möchte.
 
Es stehen 2 Kapuzenformen zur Auswahl, die man mit oder ohne Schirmchen nähen kann. Meine Kapuze ist abnehmbar und wird mit einem Reißverschluss festgezippt. Es gibt aber auch die Möglichkeit die Kapuze mit Knöpfen abnehmbar zu machen oder sie direkt anzunähen.  


Der Windschutz vor dem Reißverschluss lässt viel kreativen Spielraum, ebenso die Taschenvarianten und optionalen Teilungen und Passen. Hier seht Ihr aufgesetzte Taschen, es gibt aber auch die Möglichkeit die Taschen in einer seitlichen Passennaht zu verstecken.

 
Über den unteren Saum lässt sich an seitlichen Kordelzügen die untere Weite vorn und hinten getrennt einstellen - kalter Wind hat keine Chance, auch dank versteckter Bündchen an den Ärmeln der Innenjacke und einstellbarer Riegel an der Außenjacke.
Das Ober-Material dieser Jacke ist Waxxed Cotton, wie man es von den Barbourjacken kennt, die in den 80er und 90er Jahren des letzten Jahrhunderts ziemlich modern gewesen sind. Bisher habe ich das Material nur für die Herstellung von Taschen verwendet, weil es leider nicht maschinenwaschbar ist. Aber ich hatte mir die Jacke genau so in den Kopf gesetzt, und was tut man nicht alles dafür seine Ideen und Wünsche in die Tat umzusetzen.


 
Waxxed Cotton lässt sich - obwohl es recht steif ist - erstaunlich gut verarbeiten, und die Erfahrung hat mir gezeigt, daß das Material mit der Zeit schön weich und geschmeidig wird.
Gefüttert habe ich die Jacke mit einem leichten Flanellkaro und einer isolierenden Thinsulate-Schicht zwischen Außenjacke und Futter, so daß sie auch wintertauglich ist.
 

Die Jacke war letztendlich einfach zu nähen, ich hatte es mir viel schwieriger vorgestellt, auch meine Nähmaschine hat sich bei allen Arbeitsschritten äußerst kooperativ gezeigt.
 
Ich wünsche Euch ein schönes, kreatives und friedliches Jahr 2017

Liebe Grüße
Heike

Schnitte und Material:
Jacke:"Winterwoold", von Rabaukowitsch, Stoff "gewachste Baumwolle" und "Thinsulate" als Isolationsschicht von Funfabric, "Flanellkaro Magnus" von Frau Tulpe, sowie Cord, Paspeln, Reißverschlüsse, Kordeln, Kordelstopper und Knöpfe aus meinem Fundus.

Das Ebook "Winterwoold" bekommt Ihr hier:
http://de.dawanda.com/product/110339911-winterwoold-allwetterjacke-gr-80-146
https://www.makerist.de/…/ebook-weste-lille-wooldloeper-gr-…
http://www.die-wilde-matrossel.de/…/rabaukowitsch-kombi_eb…/
und auch bald bei Alles für Selbermacher

Hose: "Täschling 2.0", gefüttert
 

Freitag, 2. Dezember 2016

Maritimes Grau und Gelb, noch mehr Paspeltaschen

... und massiver Stoffabbau.

 
Als hätte ich irgendetwas nachzuholen, was mir in den letzten Wochen und Monaten abhanden gekommen ist. Ich brauche dringend Platz und bevor die ganzen schönen Stoffe nicht mehr "up to date" sind, muss dringend gehandelt werden. Das Kind bekommt neue Kleidung und die mütterlichen Stoffberge werden in verarbeiterter Form in Peterlings Kleiderschrank verlagert.
Stoffe bestellen, das geht immer, aber das abarbeiten erfolgt leider nicht immer zeitnah, und so kann es passieren, daß das Kind aus dem Motiv rausgewachsen ist, bevor es ein Kleidungsstück daraus bekommen hat.
 
 
Seit ich diesen Stoff in meiner Sammlung habe, hatte ich mehrere verschwommene Ideen dazu: Fische und andere Meeresbewohner, Piraten, einen Schatz oder ein U-Boot, in diese Richtung sollte es gehen.
Im Rahmen unseres "Nähblogger für Flüchtlinge"-Projekts hat Kayhuderfjaeril -  meine persönliche Hoodie-Queen - einen wunderschönen maritimen Hoodie beigesteuert, der mich letzendlich zu diesem Geheimling inspiriert hat.
 

Der Hummer ist nicht blau oder rot, sondern gelb einfach weil es die schönste Farbe ist, die man sich zu dem grauen Untergrund vorstellen kann. Das Motiv "Kelp Shroom" von Jay-Cyn Designs für birchfabrics stammt aus der Reihe "Beyond The Sea" und stellt einen Kelpwald dar, ein Ökosystem, das in den Uferzonen von Meeren der gemäßigten Breiten vorkommt.
 
 
Dazu gibt es einen Breitcord-Täschling mit diesen wahnsinnig eleganten und schicken RV/Paspeltaschen, die ich so sehr mag.
 
 
Die langen Kordeln sind aus sicherheitstechnischen Gründen nur mit ein paar wenigen Handstichen locker befestigt, ich bin gespannt, wie lange sie halten. Wenn sie abfallen, werde ich sie für einen Hoodie für mich persönlich verwenden, das ist bereits beschlossene Sache.
 

Wir haben an 2 Tagen vor drei verschiedenen Hintergründen Fotos gemacht, immer nur kurz, weil es mittlerweile doch etwas kalt geworden ist.
Alle Bilder musste ich stark nachbearbeiten, was sehr viel Zeit gekostet hat. Die braune Bretterwand ist so dunkel, daß die Automatik alles heller gemacht hat und kaum noch Details am Kind zu sehen waren. Einige Farben hat mein Fotoapparat einfach geschluckt.


Ganz anders war es vor dieser sehr hellen Wand, das Kind war so dunkel, daß ebenfalls kaum noch Details am Kind zu erkennen waren. Ich musste die Bilder so aufhellen, daß die Hauswand nun fast weiß erscheint.


Dazu kommt, daß meine Kamera, ein kleines aber teures Ding, einen enormen Blaustich in die Bilder zaubert, so daß ich auch da nachbessern musste.

 
Am besten sind die Bilder vor dieser braunen Wand geworden, doch leider war es schon so spät, und aufgrund mangelnder Belichtung sind viele Bilder einfach unscharf geworden.

 
Trotz der mageren Ausbeute an Bildern, habe ich beschlossen, es gut sein zu lassen und das Kind, auch wenn es kein einziges Mal protestiert oder gemault hat, nicht noch ein drittes Mal vor die Tür zu scheuchen.


Ich mag diese Kombi sehr.


 
Ich wünsche Euch einen besinnlichen zweiten Advent und

Liebe Grüße
Heike

Schnitte und Material:
Hoodie:"Geheimling" modifiziert, Stoff "Kelp shroom" von der Eulenmeisterei und unis aus dem persönlichen Fundus

Hose: "Täschling 2.0" modifiziert, aus Stretch-Breitcord von Karstadt

p.s. für alle, die auf den größeren Geheimling warten: er ist in Arbeit ;)